Glossar

Biodiversität wird auf Knospe-Betrieben mit vielen Massnahmen gefördert, dazu finden Sie hier Fachinformationen, Merkblätter und Praxisanleitungen.

A) Anteil und Qualität der Biodiversitätsförderflächen

1 Biodiversitätsförderflächen auf Bio-Höfen

Ein hoher Anteil an möglichst verschiedenen Biodiversitätsförderflächen (BFF) steigert die Naturvielfalt und bietet mehr Lebensraum für Pflanzen- und Tierarten. Diese sind wichtige Helfer für die Landwirte, tragen sie doch dazu bei, die natürliche Schädlingsregulierung, die Bestäubung von Obstblüten und den Erosionsschutz u.a. wesentlich zu verbessern. Biobetriebe haben im Durchschnitt über 20 % Biodiversitätsförderflächen auf ihrem Betrieb, das sind deutlich mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen 7 %.
2 Hoher Anteil an Biodiversitätsförderfläche mit Qualität auf dem Bio-Hof

Qualität statt Quantität ist ein wichtiges Ziel der Biodiversitätsförderung. Die Aufwertung bestehender Biodiversitätsförderflächen (BFF) oder deren qualitativ hochwertige Anlegung leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Artenreiche Wiesen und Hecken mit Struktur bieten eine Nahrungsgrundlage und Unterschlupf für weitaus mehr Insekten, Kleintiere und Vögel als artenarme Wiesen oder reine Haselhecken. Auch Brachen, Ackersäume und Streuobstgärten sind vorteilhaft. Ein Anteil von mindestens 5 % wertvollen Flächen in der LN ist für die Biodiversitätsförderung erstrebenswert.
3 Anteil Biodiversitätsförderflächen in Vernetzungsprojekt

Eine enge räumliche Vernetzung der Biodiversitätsförderflächen (BFF) vergrössert den Lebensraum von Fauna und Flora und fördert den Austausch zwischen den Populationen. Ideal ist eine Kombination von grossflächigen BFF (z. B. extensive Wiesen und Weiden) und linearen BFF (z. B. Hecken, Buntbrachen oder Säumen). Grossflächige BFF bieten für grössere Wildtiere geeigneten Unterschlupf, während lineare Elemente ihnen mehr Bewegungsfreiraum ermöglichen. Die Beteiligung an den kantonalen Vernetzungsprojekten ist freiwillig und bringt finanzielle Vorteile.

B) Strukturvielfalt und spezifische Artenschutzmassnahmen

4 Gestufter Waldrand

Der Waldrand bietet wichtigen Übergangslebensraum zwischen Wald und bewirtschaftetem Land. Regelmässige Pflege/Rückschnitt ergeben einen stufigen Waldrand mit Kraut-, Strauchschicht und Bäumen. Es ist ratsam, einen solchen Eingriff mit dem Förster abzusprechen. Gestufte Waldränder gehören zu den artenreichsten Lebensräumen im Kulturland überhaupt. Sie liefern vielen Insekten und Vögeln Nahrung über das ganze Jahr. Und sie haben noch einen grossen Vorteil: Sie halten den Stürmen besser stand.
5 Anlegen/Pflegen einer Hecke der Qualitätsstufe 1 mit Kleinstruktur

Hecken bieten einen ökologisch wertvollen Lebensraum zwischen Wald- und Wiesen für viele Pflanzen- und Tierarten. Die Heckenpflege liefert reichlich Holzmaterial, womit sich auf ihrer Sonnenseite grosse Asthaufenbauen lassen. Das sind ideale Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten für Eidechse, Igel und Hermelin. Auch Steinhaufen, Steinmauern oder Holzbeigen in den Hecken sind sehr wertvoll.
6 Anlegen/Pflegen einer Hecke der Qualitätsstufe 2

Arteinreiche Hecken mit dornentragenden Sträuchern ziehen viele Vögel, Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten an. Diese finden ab dem Frühjahr ein anhaltendes Nahrungsangebot, ergänzt im Winter mit Beeren und Nüssen. Die Hecke bedarf regelmässiger Pflege; der Krautsaum, welcher die ökologisch wertvolle Übergangszone zwischen Hecke und Produktionsfläche bildet, wird gestaffelt geschnitten.
7 Aufwertung von Wiesen und Weiden (BFF) mit Kleinstrukturen

Kleinstrukturen auf oder in der unmittelbaren Nähe artenreicher Wiesen und Weiden bieten den Wildtieren Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten. Grosse Stein- und Asthaufen an sonnigen Standorten werden von vielen Insekten, Reptilien oder Igeln als ideale Versteckmöglichkeiten geschätzt. Dies gilt besonders auch für die so wichtigen Helfershelfer der Bio-Landwirte, die flinken Mäusejäger wie Wiesel und Hermelin. Auch tote Baumstämme oder Wurzelstöcke können wertvolle Dienste leisten, während von Käferlarven im Totholz gebohrte Gänge als Kinderstube für Wildbienen und Futter für diverse Vogelarten dienen.
8 Krautsaum an Bachlauf

Natürliche Hochstaudenfluren am Bachufer entlang blühen später als Blumenwiesen und sind meist sehr ertragsarm. Spierstauden (Mädesüss, Blutweiderich, Kohldistel) ziehen viele Insekten und anderes Kleingetier an. Ein später Schnitt ab August ist ihnen förderlich. Wo die Verbuschungsgefahr gering ist, können bei der Mahd einige Meter Saum als wichtiges Refugium über den Winter hindurch stehen gelassen werden.
10 Tümpel, Wassergräben, Teiche

Kleine oder auch temporäre Gewässer sind für die Fortpflanzung von Amphibien überlebenswichtig. Weil Frösche und Kröten die meiste Zeit ihres Lebens am Land verbringen, sind Teiche und Tümpel in der Nähe von Wald, Feuchtwiesen, Krautsäumen, Hecken oder Feldgehölzen ratsam. Extensive Bewirtschaftung über die vorgeschriebene Pufferzone hinaus ist rund um kleine Gewässer vorzuziehen.
11 Nistmöglichkeiten/Nistkästen für Vögel, Fledermäuse, Wildbienen

Mit ergänzenden Nistmöglichkeiten lassen sich Biodiversitätsförderflächen bestens erhalten und pflegen. Wildbienen nutzen sehr gerne ein Wildbienenhotel, und Nistkästen im Obstgarten fördern nützliche Schädlingsvertilger wie Blau- und Kohlmeise. Nester für Rauch- und Mehlschwalben im Stall sind hilfreich gegen Fliegenplage. Solche Nisthilfen lassen sich am besten in Absprache mit dem örtlichen Vogelschutzverein anbringen.
12 Bienenvölker

Bienen als wichtige Bestäuber für Obstbäume, Beerensträucher oder Gemüse sind für die Nahrungsmittelproduktion unabdingbare Helfer und liefern den besonders wertvollen Bio-Bienenhonig. Seriöse Imkerei ist mit viel Fachkenntnis verbunden und muss auch nachfolgenden Generationen erhalten bleiben.

C) Agrobiodiversität

14 Anbau gefährdeter oder alter Ackerkulturen

Viele ehemals verbreitete Ackerkulturen sind heute weitgehend verschwunden. Die Züchtungsaspekte solcher Kulturarten erhielten in den letzten Jahrzehnten leider keine oder nur wenig Beachtung. Es mangelt daher oft an einem entsprechend vielfältigen Sortenangebot. Zudem stellt der Anbau hohe Anforderungen an Wissen und Kulturführung. Alte Ackerkulturen sind nicht nur eine echte Bereicherung für unser Landschaftsbild, sondern auch für eine vielfältige, einheimische Lebensmittelproduktion. So bieten bekannte Ackerkulturarten wie Kartoffeln, Weizen, Dinkel, Mais über den Anbau von gefährdeten Sorten eine attraktive Vielfalt für Verarbeitung, Gastronomie und Konsumenten. Gefährdete Sorten zeichnen sich aus durch ihren ursprünglichen Geschmack und besondere Verarbeitungseigenschaften. Der traditionsreiche Anbau solcher Sorten lässt regionale, kulturgeschichtliche Werte erhalten und liefert markante Vorzeigeprodukte für die Regionalvermarktung. Genetische Vielfalt wird auch in Zukunft die Züchtung von Sorten ermöglichen, welche den sich verändernden Umweltbedingungen sowie Krankheiten und Schädlingen standhalten können.
15 Anbau gefährdeter oder alter Gemüsesorten

Alte Gemüsesorten bieten eine grosse Palette an formen- und farbenreichen, sowie schmackhaften Spezialitäten. Ihre agronomischen Eigenschaften sind oft eine Herausforderungen für den modernen Gemüsebau. Konsumenten schätzen zunehmend eine breite Gemüsevielfalt. Optisch herausragende Produkte haben zudem einen guten Zusatznutzen: Sie machen die Konsumenten auf die erhaltenswerte Lebensmittelvielfalt aufmerksam.
16 Anbau gefährdeter oder alter Rebensorten

Die traditionellen und heute selten gewordenen Weinrebensorten stammen von der europäischen Wildrebe ab. Die Kulturführung ist gerade im Bioanbau anspruchsvoll. Erfahrene Winzerinnen und Winzer bauen vermehrt seltene, traditionelle Weinrebensorten an und können sich so mit ihren Spezialitäten auf dem Markt behaupten.
17 Anbau gefährdeter Obst-, Beeren-, Reben- oder Gemüsesorten

Der zunehmende Anbau gefährdeter Kulturpflanzensorten bringt eine erhöhte Nachfrage nach Saat- und Pflanzgut mit sich, was die Erhaltung einer Sorte wirksam unterstützt. Denn: Die Grösse der Anbaufläche einer Sorte wirkt sich direkt auf die Qualität der dahinterstehenden Erhaltungszüchtung respektive der Pflanzgutvermehrung aus. Genetische Vielfalt wird auch in Zukunft die Züchtung von Sorten ermöglichen, welche den sich verändernden Umweltbedingungen sowie Krankheiten und Schädlingen standhalten können.
18 Sortenvielfalt im Obstbau

Die Schweizer Obstsorten-Palette ist reich an farbigen, schmackhaften und regional verankerten Spezialitäten. Auch Tafelfrüchte mit ihren besonderen Qualitäten und regionalen Merkmalen sind eine willkommene Bereicherung. Ihre agronomischen Eigenschaften können für den modernen Obstbau eine Herausforderung darstellen. Alte Obstsorten machen durch ihren Geschmacksreichtum die Kundschaft auch auf eine erhaltenswerte Vielfalt aufmerksam. Genetische Vielfalt wird auch in Zukunft die Züchtung von Sorten ermöglichen, welche den sich verändernden Umweltbedingungen sowie Krankheiten und Schädlingen standhalten können.
19 Sortenvielfalt im Beeren- und Kräuteranbau

Genetische Vielfalt wird auch in Zukunft die Züchtung von Sorten ermöglichen, welche den sich verändernden Umweltbedingungen sowie Krankheiten und Schädlingen standhalten können.
20 Sortenvielfalt im Weinbau

Genetische Vielfalt wird auch in Zukunft die Züchtung von Sorten ermöglichen, welche den sich verändernden Umweltbedingungen sowie Krankheiten und Schädlingen standhalten können.
21 Haltung gefährdeter Nutztierrassen: Rinder

Alte Rassen stellen robuste und an klimatische sowie geografische Rahmenbedingungen angepasste Tiere für besondere Nutzungsformen. Diese Tiere eignen sich besonders z.B. für die Beweidung von Extensivflächen oder als Zweinutzungsrassen. Mit ihrem Einsatz lassen sich kulturelle Werte und Traditionen erhalten. Die Zucht und der Austausch innerhalb eines Zuchtvereins bieten den Vorteil, die Erfassung der Zuchtstammbäume zu gewährleisten, aber auch Inzucht zu vermeiden.
22 Haltung gefährdeter Nutztierrassen: Schafe, Ziegen, Wollschwein, Geflügel

Alte Rassen stellen robuste und an klimatische sowie geografische Rahmenbedingungen angepasste Tiere für besondere Nutzungsformen. Diese Tiere eignen sich besonders z.B. für die Beweidung von Extensivflächen oder als Zweinutzungsrassen. Mit ihrem Einsatz lassen sich kulturelle Werte und Traditionen erhalten. Die Zucht und der Austausch innerhalb eines Zuchtvereins bieten den Vorteil, die Erfassung der Zuchtstammbäume zu gewährleisten, aber auch Inzucht zu vermeiden.

D) Biodiversität in Produktionsflächen

23 Nutzungsvielfalt: Grosse Vielfalt an Nutzungstypen

Das Neben- und Miteinander von Ackerland, Wiesen, Weiden, Obst- oder Rebbau, ermöglicht eine breite Vielfalt an Lebensräumen. Solch unterschiedliche Lebensräume und Nutzungsarten fördern logischerweise auch diverse Tier- und Pflanzenarten mit ihren spezifischen Ansprüchen.
25 Mähen ohne Aufbereiter

Wer auf den Mähaufbereiter verzichtet, schont Kleintiere und Insekten und erhöht deren Überlebenschancen sowie Fluchtmöglichkeiten. Felduntersuchungen zeigen, dass der Mähaufbereiter zu grossen Verlusten an Kleintieren führt, denn je nach Aufbereiter werden 60-90 % der Insekten wie Heuschrecken und Bienen getötet (8% ohne Aufbereiter). Die Bio Suisse Richtlinien untersagen Mähaufbereiter auf Biodiversitätsförderflächen (BFF). Aber auch auf intensiveren Mähwiesen sollte besser darauf verzichtet werden.
26 Erhalt von Rückzugsstreifen für Kleintiere in extensiven und wenig intensiven Wiesen (BFF)

Beim Wiesenschnitt im Frühling dienen Altgrasstreifen Kleintieren und Insekten als kostbare Ausweichslebensräume. Es ist deshalb empfehlenswert, zwischen 5 und 10 % der Schnittfläche als Altgras stehen zu lassen. Wichtig: Bei jedem Schnitt den Standort wechseln und dadurch Verbuschung vermeiden. Da sich im Altgras viele Tagfalter vermehren oder sogar überwintern, sollten diese Streifen auch über den Winter stehen bleiben.
27 Verzicht auf Grassilage

Die diversen Futterkonservierungsmethoden erfolgen zu unterschiedlichen Schnittzeiten. Die Grassilo-Produktion erfordert den Wiesenschnitt bereits im frühen Frühling. Der Heuschnitt folgt etwas später und kommt den Wiesenbewohnern sehr zugute. So haben gewisse Insektenpopulationen Zeit, ein Entwicklungsstadium abzuschliessen.
28 Verzicht auf Grassilage und auf Einsatz von Heubelüftung (Bodenheu)

Bei der Bodenheubereitung bleibt das Schnittgut zum Trocknen länger auf dem Feld liegen. Dies bietet Insekten, Amphibien und Reptilien, welche die Mahd überlebt haben, genügend Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.
29 Wildheuflächen im Sömmerungsgebiet

Wildheuflächen sind besonders artenreiche Wiesen an steilen und abgelegenen Standorten in Sömmerungsgebieten. Sie tragen zu einer hohen regionalen Arten- und Strukturvielfalt bei. Das Heuen bewahrt diese Flächen vor Vergandung und Verbuschung.
30 Nutzungsvielfalt im Berggebiet: Ackerbau im Berggebiet

Kleine Ackerfelder in höheren Lagen fördern offene Lebensräume und die Nutzungsvielfalt im Berggebiet. Meistens werden dort robuste Sorten angebaut, die den härteren Klimabedingungen im Berggebiet gewachsen sind. Da sie auch weniger Dünger benötigen, kann der Anbau extensiv erfolgen. Von dieser reichen Ackerflora profitieren Tiere wie Feldlerche und Feldhase.
31 Bunt-/Rotationsbrache und Saum auf Ackerfläche

Brachen und Säume sind meist sehr arten- und strukturreich und bieten so das ganze Jahr vielen Kleintieren Nahrung und Unterschlupf. Schmetterlinge, Bienen und weitere Insekten profitieren vom lang anhaltenden Blütenangebot, Vögel finden über den Winter Sämereien, und kleine Säugetiere erhalten das ganze Jahr Rückzugsmöglichkeiten.
32 Hoher Anteil an Kunstwiese in der Fruchtfolge

Kunstwiesen sind der Bodenbiodiversität förderlich. Viele Kleintiere und Bodenlebewesen in und über der Erde profitieren davon, so auch der Regenwurm als wichtiger Baumeister der Bodenfruchtbarkeit.
33 Förderung der Ackerflora im Ackerbau

Mit dem Verzicht auf mechanische Bodenbearbeitung (Striegel, Hacke oder Bürste) schonen wir bodenbrütende Vögel und Feldhasen (Junghasen). Feldlerchen brüten gerne in locker bepflanzten Getreidefeldern. Sie beginnen schon im April mit dem Nestbau, weshalb der Striegeleinsatz ihre Nester zerstören und dem Bruterfolg deutlich zusetzen kann. Wer auf mechanische Unkrautregulierung verzichtet, fördert zudem selten gewordene Ackerbegleitflora wie Ackerrittersporn, Kornblume, Venus-Frauenspiegel und viele mehr. Die Umsetzung dieser Massnahme steht in starker Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen der verschiedenen Regionen.
34 Untersaat in einjährigen Kulturen

Die Untersaat erhöht das Nistplatzangebot für Bodenbrüter wie Feldlerchen und fördert Nützlinge wie Spinnen, Käfer oder auch Ameisen. Ausserdem fixieren Untersaaten Stickstoff, regulieren das Unkraut und schützen vor Bodenerosion.
35 Mischkulturen im Getreidebau

Mischkulturen in Getreide (z. B. Eiweisserbsen-Gerste oder Ackerbohnen-Hafer) fördern die Agrobiodiversität und die Vielfalt im Boden. Sie führen zu einer besseren Nutzung von Nährstoffen und erhöhen den Erosionsschutz.
36 Winterbegrünung mit Zwischenfrucht oder Gründüngung

Winterbegrünungen sind überlebenswichtig für die Überwinterung von Insekten, Vögeln und Kleintieren. Sie bieten Nahrung und Unterschlupf sowohl für heimische Vögel als auch für Zugvögel oder auch für Feldhasen. Und sie führen zu einer besseren Nutzung von Nährstoffen und erhöhen den Erosionsschutz.
37 Förderung der Bodenlebewesen: Einsatz von Mistkompost

Kompost fördert Bodenlebewesen und ist eine gute Nahrungsgrundlage für viele Bodentiere. Er verbessert zudem sowohl die Bodenstruktur als auch den Wasser- und den Lufthaushalt der Böden. Davon profitieren eine Vielfalt an Lebewesen im Boden, aber auch Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Einzeller.
38 Bodenschonender Ackerbau: Pflugverzicht

Der Verzicht auf den Pflug fördert den Humusaufbau und damit auch die Bodenlebewesen (Regenwürmer). So kann auch das Röhrensystem der Regenwürmer aufrechterhalten werden, wovon nicht nur viele Bodentiere profitieren, sondern gleichzeitig auch die Kulturpflanzen.

E) Biodiversität in Spezialkulturen

40 Fahrgassen im Obstbau - alternierendes Mähen/Mulchen

Alternierendes Mähen fördert Insekten und Kleinlebewesen. Diese können so genügend Rückzugsmöglichkeiten in den noch ungemähten Fahrgassen finden sowie ein anhaltendes Angebot an Pollen und Nektar. Mindestens 5 Wochen Intervall zwischen dem Mähen sind jedoch nötig, damit die entsprechenden Fahrgassen ihre volle Wirkungskraft entfalten und geeigneten Ausweichsraum bieten können.
41 Wildpflanzenstreifen in den Fahrgassen der Intensivobstanlagen

In den Fahrgassen eingesäte Wildblumenmischungen erhöhen die Artenvielfalt und das Nahrungsangebot für Bestäuber. Zusätzlich angelegte Kleinstrukturen und Nisthilfen locken Nützlinge, Wildbienen und andere Insekten in die Obstanlage. Der besondere Vorteil: Wildbienen übernehmen im Frühjahr vor allem bei nassem und kaltem Wetter - wenn die Honigbienen nicht fliegen - eine wichtige Rolle bei der Bestäubung.
42 Wildpflanzenstreifen in der Baumreihe der Obstanlage

Die Begrünung in den Baumreihen bringt Insekten ein zusätzliches Angebot an Pollen und Nektar und fördert auch weitere kleine Lebewesen wie Spinnen und Käfer. Diese erfüllen wiederum eine wichtige Funktion in der Nahrungskette für grössere Tiere.
43 Hecken und Sträucher im Obstbau

Hecken und Sträucher tragen zur Strukturvielfalt bei und dienen mit ihren unterschiedlichen Blüteperioden als wichtige Nahrungsquellen für Bestäuber wie Wildbienen, Hummeln und weitere Insekten. Im Winter bieten ihre Beeren und Nüsse lebensnotwendige Nahrung für die Vögel.
44 Extensive Wiesen- und Wildkräuterstreifen entlang und quer Obstanlage

Blühende Streifen bieten Pollen und Nektar an und tragen dazu bei, vor und nach der Obstblüte frühen Bestäubern wie Wildbienen ausreichend Nahrung anzubieten. Gleichzeitig eröffnen sie Lebensraum für weitere Nützlinge.
45 Anbau resistenter Obst-Sorten im Intensivobstbau

Der Einsatz resistenter Sorten - kombiniert mit eingeschränktem Pflanzenschutz - schont die Fauna und neben Nützlingen (Räuber, Parasitoide ) auch andere Tiere (z.B. Tagfalter, Heuschrecken und Vögel).
46 Reduzierte und naturschonende Schädlingsregulierung im Obstbau

Reduzierter Einsatz von Pflanzenschutzmittel schont die Fauna und fördert neben Nützlingen (Räuber, Parasitoide) auch andere Tiere (z. B. Tagfalter, Heuschrecken und Vögel).
47 Förderung der Bodelebenwesen: Einsatz von Kompost in Obstanlagen

Durch die Verwendung von Mistkompost wird der Humusbilanz Rechnung getragen sowie die Bodenfruchtbarkeit im physikalischen und biologischen Sinn gefördert.
48 Nistmöglichkeiten in Obstanlagen

Dank einer gewissen Dichte an spezifischen Nistkästen pro ha werden seltene Vogelarten wie Gartenrotschwanz, Wendehals und Wiedehopf gefördert werden.
49 Alternierendes Bearbeiten der Fahrgassen im Rebbau (mulchen, mähen oder walzen)

Alternierendes Mähen fördert Insekten und Kleinlebewesen. Diese können so genügend Rückzugsmöglichkeiten in den noch ungemähten Fahrgassen finden sowie ein anhaltendes Angebot an Pollen und Nektar. Mindestens 5 Wochen Intervall zwischen dem Mähen sind jedoch nötig, damit die entsprechenden Fahrgassen ihre volle Wirkungskraft entfalten und geeigneten Ausweichsraum bieten können.
50 Hecken und Sträucher im Rebbau

Hecken und Sträucher tragen zur Strukturvielfalt bei und dienen mit ihren unterschiedlichen Blüteperioden als wichtige Nahrungsquellen für Bestäuber wie Wildbienen, Hummeln und weitere Insekten. Im Winter bieten ihre Beeren und Nüsse lebensnotwendige Nahrung für die Vögel.
51 Förderung seltener Zwiebelpflanzen im Rebbau

Zwiebelpflanzen wie Rebbergtulpe, Traubenhyazinthe, Weinberglauch und Gelbsterne waren früher häufig in den Rebbergen zu finden. Sie können sich gegen dichte Bodenbegrünung nicht durchsetzen, weshalb ihnen ein offener oder lückenhaltiger Boden z. B. durch oberflächige Bodenbearbeitung förderlich ist. Vorzugsweise erfolgt eine solche Bodenbearbeitung zwischen Mai und Oktober, nachdem sich die oberirdischen Pflanzenteile in die Zwiebeln zurückgezogen haben. Für die Bodenbearbeitung ist es von Bedeutung, die Wachstumsperioden der verschiedenen Pflanzenarten zu berücksichtigen.
53 Kupferverzicht im Rebbau

Der Verzicht auf Kupfereinsatz schont die Fauna und neben Nützlingen (Räuber, Parasitoide) auch andere Tiere (z. B. Tagfalter, Heuschrecken und Vögel).
54 Schonende Insektenregulierung im Rebbau

Der Verzicht auf Pflanzenschutzmitteln schont die Fauna und neben Nützlingen (Räuber, Parasitoide) auch andere Tiere (z.B. Tagfalter, Heuschrecken und Vögel).
55 Liegenlassen von Rebenschnittgut in Parzelle (kein Häckseln)

Das Einarbeiten gehäckselten Schnittguts im Boden fördert und aktiviert die darin lebende Mikrofauna. Viele Bodentiere profitieren von der Verbesserung der Bodenstruktur, des Wasserhaushalts und der Bodenbelüftung.
56 Trockenmauern im Rebbau

In terrassierten Rebbergen sind noch sehr häufig Trockenmauern anzutreffen. Diese tragen besonders zur Entwicklung und Erhaltung einer spezifischen Flora und Fauna bei. Die Zwischenräume zwischen den Steinen sollten unbedingt ungemörtelt bleiben, denn nur so bieten sie zahlreichen Eidechsen, Insekten und anderen Kleintieren den nötigen Raum für Unterschlupf.
57 Nistmöglichkeiten in Rebanlage

Durch eine gewisse Dichte an Nistkästen werden seltene Vogelarten gefördert. Für die Auswahl der Nistkästen wird die Absprache mit dem lokalen Vogelschutzverein empfohlen.
58 Pflege oder Anlegen eines blumenreichen Wiesenstreifens bei Folientunnel oder Gewächshäusern

Blühende Streifen bieten Pollen und Nektar an und tragen dazu bei, vor und nach der Obstblüte frühen Bestäubern wie Wildbienen ausreichend Nahrung anzubieten. Gleichzeitig eröffnen sie Lebensraum für weitere Nützlinge wie Schwebfliegen, Lauf- und Marienkäfer und Spinnen.
59 Einsaat von BFF-Nützlingsstreifen oder Pflanzung von Gemüseblühstreifen oder Begleitpflanzen in Gemüsekulturen

Nützlingsstreifen und Begleitpflanzen sind angesäte oder gepflanzte Landschaftselemente, die gezielt Bestäuber und andere Nützlinge sowie die Biodiversität allgemein fördern. Dazu gehören im Gemüsebau:
  • angesäter BFF-Nützlingsstreifen für Bestäuber und andere Nützlinge
  • gepflanzte Gemüseblühstreifen
  • gepflanzte Begleitpflanzen
60 Mischkultur im Gemüsebau

Mischkulturen wie z. B. Mais/Bohne fördern die Agrobiodiversität und die Vielfalt im Boden, was eine bessere Nutzung der Nährstoffe und eine Erhöhung des Erosionsschutzes ermöglicht.
61 Vielfalt an botanischen Familien im Gemüseanbau

Je mehr botanische Familien, desto höher die Agrobiodiversität.
62 Schonende Insektenregulierung im Gemüsebau

Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel schont die Fauna und neben Nützlingen (Räuber, Parasitoide) auch andere Tiere (z.B. Tagfalter, Heuschrecken und Vögel).